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Flieder | Foto (c) Lore Otto

Gartensaison

Saisonales Gärtnern?

von Lore Otto

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In diesem Jahr war es ziemlich lange kalt und wir hatten bis tief in den April hinein morgens Bodenfrost. Entsprechend lange hat es gedauert, bis ich mein Gemüsebeet und die Töpfe vor dem Haus in Schuss gebracht habe, um Neues zu pflanzen. Da ich kein Gewächshaus habe, konnte ich auch nur wenige Sachen vorziehen. Denn das Problem sind tatsächlich Temperaturen und Licht. Zwar habe ich auf der Küchenfensterbank angenehme Temperaturen, um die Zucchinisamen keimen zu lassen, aber das Licht reicht nicht aus, um die Keimlinge zu vernünftigen Pflänzchen heranwachsen zu lassen. Meistens werden sie dort eher lang und spargelig, weil sie sich dem ungenügenden Licht entgegenrecken. Also habe ich wochenlang die Töpfchen mit den Zucchinisämlingen tagsüber auf die Terrasse ins Licht gestellt, um sie nachts bei Frost wieder reinzuholen. Das war aufwändig. Aber die Pflänzchen sehen nun tatsächlich so aus, wie es sein soll, schön gedrungener Wuchs mit stabilen Stängeln.

Löwenzahn | Foto (c) Lore Otto

Naja, jetzt sind die Temperaturen gut, daher war ich kurz mal im Baumarkt, um zu sehen, was ich denn fürs Gemüsebeet und die Töpfe noch zukaufen kann. Mitte Mai fühle ich mich schon ein bisschen unter Druck, die Gartenwirtschaft in Gang zu kriegen. Es wäre ja schade, wenn es bis September dauert, bis eine erste Ernte möglich ist.

Aber die Gartenabteilung des Baumarkts kam mir ein bisschen vor wie auf einem anderen Stern: Von jeglicher Saison unbeleckt gibt es alles, was das Herz begehren könnte, bereits in voller Blüte. Selbst Pflanzen, die bei uns im Freiland erst in einigen Monaten „dran“ wären, sind bereits in voller Blüte zu kaufen. Lavendel (scheint in diesem Jahr noch mehr in Mode zu sein als sonst schon), Sonnenblumen, Geranien, Begonien etc. – mir hat das die Lust genommen, „fertige Pflanzen“ einzukaufen.

Vogelbeere | Foto (c) Lore Otto

Besonders bei Hortensien und Chrysanthemen ist mir das in den letzten Jahren extrem aufgefallen. Für mich gehören sie zu den Hochsommer- bis Spätsommerpflanzen. Denn für mich ist das Jahr ganz klar in verschiedene Blütenpflanzen aufgeteilt. Das fängt mit Hyazinthen (aber bitte erst NACH dem Jahreswechsel) an, geht danach über Osterglocken, Primeln etc. zu Tulpen im April, Päonien im Mai, Rosen im Juni bis hin zu Hortensien im Juli/August und Chrysanthemen im Herbst. Dann verankern sie mich im Jahresgang. Aber wenn ich jetzt im Mai schon wieder voll aufgeblühte Chrysanthemen kaufen kann, macht das keinen Spaß. Zumal der Mai der verheißungsvollste Monat ist, das Frühjahr ist in vollem Gang und alles scheint voller Möglichkeiten zu sein. Chrysanthemen stehen in meinem Gefühl für die letzte Chance im Jahr für schöne Blüten und die Farben spiegeln auch eher die orange-roten Herbsttöne wieder. Es fühlt sich ganz blöd an, die bereits im Frühjahr blühen zu sehen.

Das ist wie mit Wildkräutern, es gibt mir ein ganzheitliches Gefühl, meine Ernährung und auch die Blumen in Vasen und Töpfen der Saison gemäß zu kaufen und auch damit immer zu wissen, wo im Jahr ich mich gerade befinde. Genießen wir doch einfach die Blüten des Mai: Flieder, Vergissmeinnicht, Hasenglöckchen und Löwenzahn. Oder, um zu den Blüten der Herbstfrüchte überzuleiten: Mehlbeere, Vogelbeere und Weißdorn (was für ein Duft!!)

Weißdorn | Foto (c) Lore Otto

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